Dankeschön für magische Momente!

Wolfgang Behrens
Im Hochland von Äthiopien

Herr Behrens berichtete über Geschichte, Kultur und Natur des nördlichen Hochlandes von Äthiopien. Der Vortrag begann mit Informationen über die lange Geschichte Äthiopiens, vormals noch bekannt als Abessinien und ursprünglich vielleicht Königreich Nubien vor ca. 3000 Jahren. Der Legende nach sollen die Königin von Saba und Salomon einen Sohn gehabt haben, Menelik I, der Abessinien, das Land nördlich des Afrikanischen Grabenbruchs gegründet hat. Die weiteren geschichtlichen Erläuterungen bezogen sich auf die Zeit bis heute. Auch Ausführungen zur Kultur des Landes folgten immer wieder während des Vortrags.
Es folgten Ausführungen zu der vom Referenten gewählten Reiseroute: Bahar Dar, Gondar, Sämen-Nationalpark, Lalibela und zurück nach Addis Abeba.
Ein Schwerpunkt des Vortrags lag darin, den Hörern endemische Arten, das sind Arten, die es nur in einem begrenzten Gebiet, hier das Hochland von Äthiopien gibt, nahe zu bringen. Weitere Schwerpunkte darin, ökologische Zusammenhänge und mögliche Zukunftsperspektiven für die Bevölkerung aufzuzeigen.



 

 Klippspringer Felsenkirche in Lalibela
Endemische Erzraben Schwarzmilan Djelada


Martin Franken
Unterwegs in Costa Rica
2012 schaute sich der Fotograf Martin Franken Costa Rica, eines der artenreichsten Länder der Erde, etwas genauer an. Begünstigt wurde das Entstehen der Vielfalt durch die Bildung der Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika vor drei Millionen Jahren, die das heutige Mittelamerika bildet. So konnten sich Fauna und Flora beider Kontinente treffen und miteinander vermischen. Im Zentrum dieser Landbrücke liegt Costa Rica.
Herr Franken berichtete über Flora und Fauna Costa Ricas, so wie sich ihm beim Besuch von 7 Nationalparks bot. Ca. ein Viertel der Fläche Costa Ricas steht unter allgemeinem Naturschutz. Diese Gebiete sind zu Schutzzonen oder Schutzgebieten zusammengefasst, in den Schutzgebieten befinden sich geschützte Flächen, die unterschiedlich kategorisiert sind: Nationalpark, Biologisches Reservat, Naturreservat, Nationales Monument sowie Nationales Naturschutzgebiet. Diese Schutzgebiete dienen unterschiedlichen Zielen.
Die 26 Nationalparks dienen dem Schutz und der Erhaltung von Tier- und Pflanzenarten, die von nationalem und internationalem Interesse sind und eine begrenzte Nutzung durch den Menschen zu touristischen oder wissenschaftlichen Zwecken ist erlaubt.
Herr Franken besuchte immergrüne Hoch- und Tieflandregenwälder, Mangrovenwälder und Küstengebiete. Er beobachtete und fotografierte hunderte von Tier- und Pflanzenarten; er zeigte davon über 230 in beeindruckenden Bildern; hier einige Beispiele.





 Pfeilgiftfrosch Mammutblatt oder poor man´s umbrella KönigsseeschwalbenViolett-Degenflügel
 Weissschulterkapuziner


Klemens Karkow
Naturraum Untere Havel
Herr Klemens Karkow begann seinen gut besuchten Vortrag mit einem bebilderten Rückblick auf die glaziale Entstehung der Havel. Es folgten Erläuterungen zu den von Menschen gemachten Eingriffen in die Natur (Holzeinschläge, Flussbegradigungen, Aufstauungen, etc.) bis hin zu den Überschwemmungen an der Havel, die durch Elbehochwasser entstehen.
Der NABU, für den Herr Karkow arbeitet, hat sich vorgenommen mit dem Bund und den Ländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt die Untere Havel naturnah umzugestalten. Die Untere Havel ist eines der bedeutsamsten Feuchtgebiete Mitteleuropas. In gut einem Jahrzehnt soll die Untere Havel wieder ein lebendiger Fluss sein: Altarme werden wieder angeschlossen, Uferbefestigungen beseitigt, Flutrinnen aktiviert sowie Ufer- und Auenwälder begründet. Zudem sollen Deichabschnitte zurückgebaut und damit Überflutungsgrünland zum Hochwasserschutz gewonnen werden.
Die enorme Artenvielfalt der Region zu erhalten, die einzigartige Auenlandschaft wiederherzustellen sowie die Lebensbedingungen in und an der Havel zu verbessern, sind die Ziele des Projektes. Auf rund 90 Flusskilometern soll die Havel wieder ein für sie typisches aufgespaltetes, inselreiches Flussbett bekommen, mit möglichst vielen unverbauten Ufern, die sich dynamisch verändern dürfen.
Ziel der Renaturierungsmaßnahmen ist ein Mehr an Naturqualität. Auf den angelandeten Sand- und Kiesbänken sowie den Feuchtwiesen sollen Arten heimisch bleiben oder sogar werden. Typische Strukturen eines Flusses können sich entwickeln, wie Sandbänke und Untiefen und dann können wieder spezialisierte Vogelarten wie Flussregenpfeifer, Flussuferläufer und Seeadler heimisch werden.
      
 
 Seerosen Federlibellen Blässgänse Kopfweiden
 
 
 
 Moorfrösche  bei der Paarung
 Seeadler Pfeilkraut

 
Sandra Bartocha
Kreative Naturfotografie
Licht, Komposition und Emotion, darauf kommt es an, sagt Sandra Bartocha. Ihren Vortrag beginnt sie damit, ihre vielen inspiratorischen Quellen aus Malerei und Fotografie zu benennen, Künstler in ihren Metiers, die sie anregen und ansprechen. Neben direkten Vorbildern ist es laut Sandra Bartocha aber auch unsere individuelle kulturelle Vorprägung, die unseren Blick auf die Welt beeinflusst.
Fotografie ist zu 90% Sehen und 10% Fotografieren (John Fielder); so sieht es auch die Referentin und führt verschiedene Voraussetzungen an, die den Fotografen zu einem guten Foto führen: er muss Bildszenen denken können und den Ort des Bildes wie seine Besonderheiten gründlich studieren. Nur so kann er zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein, um mit der nötigen Geduld zum Erfolg zu kommen. Ein wesentlicher Aspekt ist die Nutzung des richtigen Lichts – Sandra Bartocha fotografiert gern in den frühen Morgen- und Abendstunden, wenn das Licht noch weich ist.
Wie eine geringfügige Veränderung der Lichtsituation das Gelingen eines Fotos scheitern lassen kann, zeigt Frau Bartocha durch eindrucksvolle Gegenüberstellungen scheinbar identischer Motive. In der Naturfotografie muss man die Bereitschaft haben sich auf das Motiv einzulassen und man muss das lieben, was man fotografieren will. Und man sollte sich die Zeit nehmen, sich dem Motiv anzunähern und seine eigene Interpretation der Szene finden. Das zeigt sie eindrucksvoll mit Bildern von Pilzen und Leberblümchen, eines ihrer Lieblingsobjekte.
Eine große Herausforderung sei die Komposition von vielen Bildelementen, die aber durch wiederkehrende Muster durchaus eine große Harmonie erzeugen können. Der Einsatz von Filtern sei immer dann geeignet, wenn man dadurch die Lichtsituation verbessert oder man störende Elemente aus dem Bild entfernt, so z.B. Reflektionen durch Polfilter oder Überstrahlen durch Graufilter. Zum Schluss des ersten Teils spricht Sandra Bartocha von der konzeptionellen Fotografie und zeigt dabei Proben Ihrer Kunst.
Nach der Pause folgte eine 23minütige Präsentation mit dem Titel rhythm of nature. Wir sehen Bilder aus ca. 10 Jahren Naturfotografie in einer musikalisch unterlegten Multimediapräsentation. Grandios!

 LeberblümchenMehrfachbelichtung
 Besenheide Herbstlaub im Schnee
 Höckerschwäne