Man kann im Fernsehen sicher viele Dokus in bewegten Bildern verfolgen - einzigartig aber ist die Fotografie, die einen viel tiefer in den Bann zieht.

Armin Paul-Prößler
Island - Im Mekka der Naturfotografen

Armin Paul-Prößler zeigte, warum man Island das Mekka der Naturfotografen nennt. Die zeitlich gewollt asynchrone Multimediapräsentation begann mit Sommerbildern. Gekonnt abgelichtete Landschaften wurden mit Informationen zu Geografie und Tektonik sowie weiteren Ausführungen erläutert. Immer wieder folgten mit Musik untermalte Sequenzen, die einen mitnahmen und in die Bilder einfühlen ließ. Abwechslung brachten Vogelaufnahmen, v.a. solche der fotogenen Papageitaucher.
Moose und die wenigen Gräser zeigen aufgrund des Kontrastes zum Schwarz der Lava und der Feuchtigkeit eine unglaublich satte Farbigkeit. Inspiriert durch den großen schwedischen Fotografen Hans Strand machte auch der Referent großartige Aufnahmen aus der Luft. Von Gletschern und milchigem Schmelzwasser durchzogene schwarze Lavafelder erinnerten an abstrakte Kunst; Formen und Farben in natürlicher Harmonie.
Nach der Pause zeigte der Naturfotograf, was man am Strand fotografisch bewerkstelligen kann. Eisblöcke in der Dünung sollten am besten bei ablaufendem Wasser und zudem bei bedecktem Himmel im Winter fotografiert werden, weil das Eis dann glasklar oder sogar bläulich bleibt. Zum Ende hin präsentierte Armin Paul-Prößler einige Bilder mit viel Schnee und, wie sollte es bei Islandbildern auch anders sein, mit nördlichem Polarlicht – Aurora borealis. Ein großartiger Abend.

   
 Southern Highlands
 Ein Bergsee
Hraunfossar
   
 Gletschereis auf Lavaasche
 Gletschereis in der Dünung
 Schneelandschaft


Steffen Bohl
Patagonien und Feuerland sowie im Südpolarmeer auf den Spuren Ernest Shackletons

Steffen Bohl berichtete über Patagonien und Feuerland. Patagonien bezeichnet die Areale, die sich südlich der Flüsse Río Colorado in Argentinien und Río Bío Bío in Chile sowie nördlich der Magellanstraße befinden, Feuerland liegt südlich der Magellanstraße. Eine genau festgelegte Abgrenzung gibt es nicht. Landschaftlich prägend für weite Teile Patagoniens ist die Pampa genannte, steppenartige Hochebene. Der chilenische Teil Patagoniens wird von dem feuchten, kühlen Klima der Westanden und von dem dazugehörigen valdivianischen Regenwald  geprägt. Der argentinische Teil hingegen liegt im Regenschatten der Anden und ist sehr trocken.
In Patagonien gibt es zwei international bekannte Nationalparks, den chilenischen Nationalpark Torres del Paine und den Nationalpark Los Glaciares auf argentinischer Seite. Letzterer wurde 1981 von der UNESCO auf die Weltnaturerbeliste gesetzt und macht gelegentlich durch spektakuläre Abbrüche des Perito-Moreno-Gletschers von sich reden. Das Kalben des Gletschers mit seinem Donnergrollen zeigte der Referent in Videosequenzen, das die Urgewalten erahnen lassen, die dort am Werke sind.
Auf Feuerland gibt es den Nationalpark Tierra del Fuego, den Steffen Bohl auch besuchte. Aus allen drei Nationalparks zeigte Steffen Bohl in beeindruckenden Bildern Landschaften, Flora und Fauna.
Im zweiten Teil präsentierte er in einer Mischung aus originären Aufnahmen und Filmsequenzen – größtenteils von Frank Hurley – sowie eigenen Bildern und Videosequenzen in einer eigenen Erzählstruktur die Geschehnisse der Shackleton-Expedition mit dem Forschungsschiff Endurance. Er wollte die Antarktis durchqueren, blieb aber bereits im Wedellmeer im Packeis stecken. Wie es sich für Naturfotografen wohl gehört, erzählte er auch mit mahnendem Erinnern von der Ausweidung des Südpolarmeeres an großen Meeressäugern durch die Walfangindustrie.
Mit Bildern von Hunds- und Ohrenrobben, verschiedene Pinguinarten, Seevögeln und treibenden Eisbergen nahm er mit auf die Reise durch das Südpolarmeer.

   
 Albatross Im Südpolarmeer
 Blauaugenscharbe
   
 Pinguinkolonie Königspinguinküken Grab Shackletons


Wolfgang Behrens
USA, der Wilde Westen

Herr Behrens führte in Kurzportraits durch den mittleren Westen der USA. Nationalparks, National Monuments und andere Sehenswürdigkeiten waren Gegenstand der Präsentation. Der Weg führt von Los Angeles über den Yoshua-Tree-Nationalpark, Grand Canyon, Walnut-Canyon, Petrified Forest, Canyon de Chelly, Monument Valley, Antelope Canyon, Zion Nationalpark, Bryce Canyon, Las Vegas, Death Valley, Yosemite-, Kings-Canyon- und Sequoia-Nationalpark, Big Sur, Monterey und San Francisco.
Kleine Geschichten wurden erzählt, so von der Ersteigerung der London Bridge durch Robert McCulloch, der die Brücke mitten in der Mojawe-Wüste am aufgestauten Colorado River wieder aufbauen ließ, dem durch Menschen verursachten Kulturverlust im Petrified Forest, dem Genozid an den Navajo im Canyon de Chelly, vom Monument Valley sowie den Sand Dunes im Death Valley. Letzterer ist bekannt als Filmkulisse für Western und Star Wars.
Die Entstehungsgeschichte der Nationalparks in den USA wurde immer wieder aufgegriffen und mit Namen wie Theodore Roosevelt, John Muir und Ansel Adams verknüpft. Bilder vom Big Sur, Monterey Bay Aquarium sowie San Francisco beendeten den Abend.

  
 Zabriskie Point im Death Valley Horseshoe Bend im Glen Canyon National Park
 Bridalveil Fall im Yosemite Nationalpark
   
 Petrified Wood im Petrified Forest National Park
 Yoshua-Palmlilien im Yoshuha Tree National Park
 Painted Ladies in San Francisco


Martin Franken
Thailand - Wald, Natur- und Meeresparke in der Thailändischen Inselwelt

Martin Franken zeigte Bilder zweier Reisen, die jeweils zu Jahresbeginn 2014 und 2016 in der Trockenzeit in Zentral- und Süd-Thailand entstanden sind. Der thematische Schwerpunkt lag auf Tierbeobachtungen in Naturgebieten, auch das  Alltagslebens und Kulturelles in Städten und auf dem Land wurde gezeigt.
Er besuchte verschiedene Nationalparks, so z.B. den Khao Sam Roi Yot National Park, was übersetzt so viel heißt wie „Der Berg mit den 300 Gipfeln“, den Mu Ko Lanta Marine National Park aber auch die Andamanensee oder den Krabi River.
Von diesen Orten brachte er Aufnahmen mit von Tieren mit sehr fremd klingenden Namen wie Malaiischer Schneckenfresser, Silberklaffschnabel, Rotstirn-Schneidervogel, Muskatamadine, Spitzschwanz-Bronzemännchen, Schlichtprinie, Blauschwanzspint, Gefleckter Waldskink, Schwarzer Sonnenzeiger, Gefleckte Mabuye, Flaggendrongo, Magentafarbiger Sonnenzeiger, Roter Grasfalke, Goldbrustbülbül, Tokkee oder Langschopfmaina.
Nebenher erfuhr man noch, dass Entenmuscheln keine Muscheln sind, sondern zu den Krebsen gehören und dass Mangrovenwälder ein wichtiger und effektiver Schutz bei Tsunamis sind und das sie zahllose Larven von Fischen, Garnelen und anderen Krebstieren eine sichere Kinderstube geben oder anderes Nützliche, dass zum Beispiel das auf den Boden legen eines Geldscheines als Majestätsbeleidigung gewertet wird und mit Gefängis bis zu 15 Jahren bestraft werden kann.

 Tempel der Morgenröte in Bangkok
 Tempelschildkröte Lotus
   
 Hundeohrenberge "Krabbenfresser" Krabi River